Chiropraktik

Vorsorgebehandlung mit Manipulation der Wirbelsäule

Warum leidet der moderne Mensch an Rückenschmerzen? Etwa 80% der Bevölkerung haben Rückenbeschwerden. Die Frage ist noch nicht endgültig beantwortet. Dr Ackermann stellte bei Untersuchung von Schulkindern fest, dass etwa 60% der Kinder eine ungleiche Beinlänge hatten. Die Fehlstellung, schon in den Kinderjahren erworben, liegt latent und beeinflußt das Gelenkspiel und ergibt reflektorische Muskelspannungen mit Triggerpunkten. Die Kinder waren beschwerdefrei aber wenn diese Kindergruppen das Erwachsenenalter erreichen und dann monotone Arbeitsstellungen und plötzlichen Überbelastungen ausgesetzt werden, kommt der Schmerz! Muskelspannungen und Schmerz sind eng miteinander verbunden.

Untersuchung beim Manualtherapeuten

Lassen Sie sich untersuchen bevor die Muskelspannungen chronisch werden. Die meisten Patienten haben Rückenbeschwerden gutartiger Natur, wo Manualtherapie gut helfen kann. Beim Rückenspezialisten wird eine Analyse der allgemeinen Arbeitsumgebung und der Arbeitsstelllung des Patienten gemacht. Wichtig hierbei ist auch der allgemeine Gesundheitszustand und die aktuelle Medikation. Die Balance der Wirbelsäule und die Körperhaltung werden analysiert, oft mittels einer einleitenden Beinlängenvergleichsmessung. Muskelspannungen werden identifiziert und Schmerzpunkte untersucht.

Individuelle Behandlung

Die Behandlung wird den Erfordernissen des Patienten angepasst. Die einleitende Behandlung  mit Wärmepackungen, transcutaner Nervenstimulation (TENS), Massage und „positional release“ Therapie ist wichtig. Patienten mit Ischias-Beschwerden werden mit Akupunktur und Traktion behandelt, um den Nerven zu entlasten. Kopfschmerzen und Spannungen am Schultergürtel und im Nacken werden mit Akupunktur und Massagen behandelt.

Die Körperhaltung

Eine gute Körperbalance ist die Basis für die Gesundheit. Die richtige Funktion aller Organe und Lebensvorgänge setzt voraus, dass sich alle biologischen Prozesse ungehindert vollziehen können. Störungen an den steuernden Leitungsverbindungen, den Nerven von und zum Rückenmark können jede Zelle des Körpers negativ beeinflussen. Da sämtliche Nerven im Rückgrat verlaufen und von diesem geschützt oder gestört werden können, ist eine gute Haltung grundlegend für eine gesunde Wirbelsäule und für die Gesundheit.
Das Fundament der Wirbelsäule ist das Becken mit  dem Kreuzbein. Eine Fehlstellung der Basis führt  zu Falschbelastungen der gesamten Wirbelsäule bis zum Kopf. Die Therapie umfaßt verschiedene manuelle Techniken zur Korrektur der Wirbelsäulenbalance und der Gelenkverbindungen der Wirbelsäule und Extremitätengelenke. Hierbei muss auch neuromuskulär gearbeitet werden u.a. mit Detonisierung von Triggerpunkten. Wichtig ist das individuelle Trainingsprogramm  Es kann aus einfachen Übungen, Heimaufgaben für den Patienten bestehen. Es hat sich bewährt, die Rehabilitation mit einem persönlichen Trainer zu beginnen. 
Für das Wohlbefinden des Bewegungsapparates ist regelmäßige Bewegung sowie Kontrolle des Körpergewichts, um übermäßige Belastung der Wirbeln und Gelenke zu vermeiden, vorteilhaft.

Die holistische Betrachtungsweise

Um einen nachhaltigen Behandlungserfolg zu erreichen, muss der Therapeut die gesamte Wirbelsäule von unten bis oben nach einem holistischen Behandlungsprinzip kontrollieren und behandeln. Die Manipulationsbehandlung der Wirbelsäule zeigt meist gute Erfolge, die zwischen vollständiger Rehabilitation und bedeutender Linderung der Symptome variieren können.
Die Behandlungserfolge sind vom Alter des Patienten, vom individuellen Beschwerdebild und von der Dauer der Probleme abhängig.

 

Osteopathie

Was ist Osteopathie? 

Osteopathie ist eine eigenständige Form der Medizin. Sie dient dem Erkennen und Behandeln von Funktionsstörungen. Dazu nutzt sie eigene Techniken, die mit den Händen ausgeführt werden. Die Osteopathie nimmt jeden Patienten als Individuum wahr und behandelt ihn in seiner Gesamtheit. Sie ist deshalb eine ganzheitliche Form der Medizin. 
Vor über 140 Jahren entdeckte der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still die Prinzipien der Osteopathie und begründete damit eine neue Medizin. Seit jener Zeit hat sich die Osteopathie kontinuierlich weiterentwickelt, in den USA ebenso wie in Europa und anderen Teilen der Welt. 
Ein Osteopath nutzt ausschließlich seine Hände. Ziel der Behandlung ist es, mit ihnen als feinfühlige und jahrelang geschulte Instrumente, Bewegungseinschränkungen zu erkennen und osteopathisch zu behandeln. 

Wie wirkt Osteopathie? 

Unser Organismus besteht aus unzähligen Strukturen, die alle direkt oder indirekt miteinander zusammenhängen. Den Zusammenhang stellen die Faszien her, dünne Bindegewebshüllen, die jede Struktur umgeben und gemeinsam eine große Körperfaszie bilden. 
In der Schulmedizin finden die meisten Faszien kaum Beachtung. Für die Osteopathie sind sie dagegen von großer Bedeutung. Denn folgt der Osteopath mit seinen Händen einer Faszie, so gelangt er von einer Körperstruktur zur nächsten. Faszien verbinden auch solche Strukturen, die funktionell nichts miteinander zu tun haben. Faszien können zudem aus Sicht der Osteopathie Veränderungen übertragen, wie etwa Funktionsstörungen. Dies erklärt, warum Osteopathen oft beobachten, dass ein Ungleichgewicht an einer Stelle oft zu Beschwerden in ganz anderen Körperregionen führt. 
Funktionsstörungen können deshalb immer den gesamten Organismus betreffen. Darum behandelt die Osteopathie nie einzelne Beschwerden oder Krankheiten, sondern immer den Patienten in seiner Gesamtheit. 

Welche Möglichkeiten bietet die Osteopathie? 

Die Osteopathie beschäftigt sich nicht mit der Behandlung einzelner Symptome, sondern will immer die Ursachen von Beschwerden aufspüren und behandeln. Ziel einer Osteopathiebehandlung ist es, die Funktionsstörungen und Blockaden, die eine Krankheit herbeiführen, begünstigen oder aufrechterhalte, zu lösen und so dem Körper zu helfen, Gesundheit wiederzuerlangen. 

Anwendungsgebiete 

Die Osteopathie kann in allen medizinischen Bereichen Anwendung finden, wo funktionelle Störungen die Ursache für die Beschwerden sind. Dabei kann die Osteopathie als erste Maßnahme aber auch begleitend zu anderen medizinischen Behandlungen eingesetzt werden. Letzteres vor allem dann, wenn es sich um schwere Pathologien, also ernste Erkrankungen, handelt. In jedem Fall ist eine interdisziplinäre Behandlung des Patienten erstrebenswert, um die Gesundung des Patienten zu optimieren. 

Wie ist der Ablauf einer Behandlung? 

Nach ausführlicher Anamnese erfolgen Diagnose und Therapie ausschließlich mit den Händen. Der Osteopath kann bei der Untersuchung das menschliche Gewebe Schicht für Schicht ertasten. So spürt er Bewegungseinschränkungen und Spannungen auf, die er mit speziell für die Osteopathie entwickelten Techniken behandelt. 
Der Körper kann etwa zwei bis drei Wochen lang auf eine osteopathische Behandlung reagieren. Jede neue Therapiesitzung wird individuell auf die Symptome des Patienten abgestimmt. Der genaue Verlauf ist jedoch von dem Einzelfall abhängig. 

Welche Ausbildung braucht ein Osteopath? 

In Deutschland erfolgt die Ausbildung teilweise an Hochschulen auf akademischem Niveau, teilweise an privaten Schulen, dies sowohl grundständig als auch in Teilzeit berufsbegleitend. Sie richtet sich an Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten. 
Da die Osteopathie in Deutsthland als Heilkunde gilt, darf sie nach der aktuellen Rechtslage nur von Ärzten oder Heilpraktikern praktiziert werden. Andere Berufsgruppen müssen die Heilpraktikererlaubnis erwerben und sind auf die Tätigkeit im Rahmen Ihres Grundberufs beschränkt. Die grundständige Ausbildung richtet sich an Personen mit Hochschulreife, die während ihrer Ausbildung auf die Heilpraktikerprüfung vorbereitet werden. 
Seit 2011 wird an der Hochschule Fresenius in Zusammenarbeit mit dem Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. das erste grundständige Osteopathie-Studium in Deutschland angeboten.